Skip to content Skip to sidebar Skip to footer

Milchviehbetrieb aus Kalkar investiert in innovative Agri-Photovoltaik Anlage

  • Der Lock­en­hof, ein Fam­i­lien­be­trieb mit 175-jähriger His­to­rie am Nieder­rhein investiert in eine 1.000 kW Agri-PV Anlage inklu­sive Energiespe­ich­er.
  • Das Team des Lock­en­hofs empf­ing Vertreter der Lokalpoli­tik, des Lan­desver­bands Erneuer­bare Energien NRW und der Ylek­tra GmbH vor Ort zum Aus­tausch über die Chan­cen der Agri-PV Tech­nolo­gie am Nieder­rhein.

Kalkar, Mai 2025 — Jörg Niss­ing führt den Lock­en­hof in sech­ster Gen­er­a­tion und hat den Betrieb auf über 700 Milchkühe aus­ge­baut. Ein wichtiger Erfol­gs­fak­tor des Betriebs ist die nach­haltige Erzeu­gung von erneuer­bar­er Energie direkt vor Ort. So ver­fügt der Lock­en­hof über eine Gülle-Bio­gasan­lage mit 75 kW elek­trisch­er Leis­tung und mehrere Pho­to­voltaik-Auf­dachan­la­gen, die einen Teil des Stromver­brauchs abdeck­en. Auf­grund von Wach­s­tum und zunehmender Elek­tri­fizierung des Hofes steigt der Strombe­darf jedoch weit­er an. “Um teure fos­sile Brennstoffe zu erset­zen und um dem Fachkräfte­man­gel zu begeg­nen, investieren wir kon­tinuier­lich in die Automa­tisierung und Elek­tri­fizierung unseres land­wirtschaftlichen Betriebs. Unsere größte Investi­tion dieses Jahr ist der Kauf von Robot­ern, die rund um die Uhr, vol­lau­toma­tisiert und sehr präzise die Füt­terung unser­er Tiere übernehmen. Zudem investieren wir in die Automa­tisierung unser­er Melkan­lage.” — so Jörg Niss­ing. 

Agri-PV mit Ylektra GmbH

Der Land­wirt hat sich zudem das Ziel geset­zt, seine Solarstromerzeu­gung vor Ort deut­lich auszubauen, um sich noch unab­hängiger von schwank­enden Net­zstrompreisen zu machen. In diesem Zusam­men­hang wurde er auf Agri-PV aufmerk­sam. Die Tech­nolo­gie kom­biniert die land­wirtschaftliche Nutzung und Stromerzeu­gung mit Solar­mod­ulen auf der gle­ichen Fläche. Gemein­sam mit dem Köl­ner Unternehmen Ylek­tra entwick­elt Jörg Niss­ing eine 1.000 kWp Agri-PV Anlage auf einem 2 Hek­tar großen Are­al neben seinem Hof. Teil der Anlage sind auch ein Bat­ter­iespe­ich­er und ein Eis­spe­ich­er zur Milchküh­lung. “Die Anlage erhöht den Solarstro­man­teil an unserem jährlichen Stromver­brauch auf 85% und reduziert unsere Stromkosten erhe­blich. Gle­ichzeit­ig kön­nen wir über 90% der Fläche weit­er­hin land­wirtschaftlich nutzen, da zwis­chen den Mod­ul­rei­hen 24 Meter Arbeits­bre­ite zur Ver­fü­gung ste­hen ” führt Niss­ing aus. Dr. Michael Peters, Geschäfts­führer der Ylek­tra GmbH, ver­weist auf weit­ere Vorzüge der Tech­nolo­gie: “Dank der Dop­pel­nutzung der Fläche genießt Agri-PV eine hohe gesellschaftliche Akzep­tanz und ermöglicht eine attrak­tive Wertschöp­fung. Für das Pro­jekt am Lock­en­hof set­zen wir ein einach­siges Nach­führsys­tem ein, mit dem die Solar­mod­ule von Osten nach West­en dem Son­nen­ver­lauf fol­gen. “So erre­ichen wir mit ca. 1.400 kWh pro kWp und Jahr deut­lich höhere Solarstromerträge als bei fest aufgestän­derten Sys­te­men.”  

Kür­zlich empf­ing das Team des Lock­en­hofs Vertreter der Lokalpoli­tik, des Lan­desver­bands Erneuer­bare Energien NRW (LEE NRW) und der Ylek­tra GmbH vor Ort zum Aus­tausch über die Chan­cen der Agri-PV Tech­nolo­gie am Nieder­rhein. Paula Back­haus, Vor­standsmit­glied des LEE NRW, ist überzeugt, dass Agri-PV zu einem ele­mentaren Baustein der Energiewende wer­den kann: “Im Gegen­satz zu klas­sis­chen PV-Frei­flächenan­la­gen reduziert Agri-PV den land­wirtschaftlichen Ertrag nur ger­ingfügig. Dank der Dop­pel­nutzung der Fläche für Land­wirtschaft und Stromerzeu­gung erhöht sich die Wertschöp­fung durch Agri-PV jedoch erhe­blich, wovon ins­beson­dere die Land­wirte prof­i­tieren. Der Mehraufwand für die Bewirtschaf­tung ein­er Agri-PV Anlage ist ger­ing und entste­ht am ehesten im Bere­ich des Pflanzen­schutzes, wo sehr große Arbeits­bre­it­en zum Ein­satz kom­men. Für die Bio-Land­wirtschaft fällt nicht mal dieser Mehraufwand an.“ Es wurde auch die Frage disku­tiert, wie sich die Genehmi­gungs­dauer von erneuer­baren Energien Pro­jek­ten inklu­sive Agri-PV in Deutsch­land weit­er beschle­u­ni­gen lässt. Jörg Niss­ing ver­wies in diesem Zusam­men­hang darauf, dass seine Agri-PV Anlage genehmi­gun­sgrechtlich priv­i­legiert behan­delt wird. “Da unsere Anlage im räum­lich-funk­tionalen Zusam­men­hang zu unser­er Hof­stelle ste­ht, und weniger als 2,5 Hek­tar Fläche ein­nimmt, benöti­gen wir lediglich eine Bau­genehmi­gung für das Pro­jekt und müssen kei lang­wieriges  Bebau­ungs­plan­ver­fahren durch­laufen.” Dr. Peters unter­strich die Notwendigkeit, Genehmi­gungsver­fahren in Deutsch­land zu beschle­u­ni­gen. “Unsere neue Bun­desregierung hat das Prob­lem erkan­nt. Jet­zt ist es wichtig, dass Tat­en fol­gen. Wir fordern, dass sämtliche Agri-PV Pro­jek­te bau­rechtlich priv­i­legiert wer­den — zumal auf ein­er Fläche mit Agri-PV Anlage auch weit­er­hin die Land­wirtschaft die Haupt­nutzung der Fläche darstellt.” Jörg Niss­ing hat bere­its eine weit­ere wichtige Her­aus­forderung bei Agri-PV Pro­jek­ten gelöst. Bin­nen zwei Monat­en erteilte ihm der ver­ant­wortliche Verteil­net­z­be­treiber die Net­zan­schlusszusage für das Pro­jekt in unmit­tel­bar­er Nähe der Anlage. Der Land­wirt ist zuver­sichtlich, dass er bald auch in Besitz ein­er Bau­genehmi­gung ist und die Anlage vor Jahre­sende in Betrieb set­zt.