In einer Zeit, in der der Druck auf landwirtschaftliche Flächen wächst und die Energiewende Fahrt aufnimmt, zeigt das neue Agri-PV-Projekt “Tützpatz” von Vattenfall, wie Innovation und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Am 10. September 2025 nahm der Energiekonzern den bis dato größten Agri-PV-Park Deutschlands in Betrieb – ein Pionierwerk, das Stromerzeugung und Landwirtschaft nahtlos verbindet. In diesem Beitrag tauchen wir tief in die Details ein, beleuchten die Technik, Partnerschaften und Vorteile und zeigen, warum solche Projekte die Zukunft der deutschen Landwirtschaft prägen könnten.
Wenn Sie mehr über die Grundlagen von Agri-PV wissen möchten, empfehlen wir unseren How-to-Guide zu Agri-Photovoltaik, der Ihnen hilft, Ihr eigenes Projekt zu planen.
Was macht den Agri-PV-Park Tützpatz so besonders?
Der Park in Tützpatz, gelegen im malerischen Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern, erstreckt sich über beeindruckende 93 Hektar – das entspricht der Fläche von rund 130 Fußballfeldern. Mit einer Nennleistung von 76 MWp versorgt er rechnerisch über 20.000 Haushalte mit grünem Strom und vermeidet jährlich etwa 25.000 Tonnen CO₂-Emissionen. Besonders hervorzuheben: Das Projekt entstand ohne staatliche Förderung, was seine Wirtschaftlichkeit unterstreicht und es zu einem attraktiven Modell für Investoren macht.
Tützpatz ist kein reiner Solarpark, sondern ein Paradebeispiel für die Doppelnutzung von Flächen in der Agrar-Photovoltaik. Hier entsteht nicht nur Energie, sondern auch Nahrung: Auf den Flächen werden Hühner gehalten und Ackerbau betrieben. Diese Synergie adressiert zwei zentrale Herausforderungen der Gegenwart – den Mangel an Ackerland und den Bedarf an erneuerbarer Energie – und zeigt, wie Agri-PV die Energiewende vorantreibt, ohne die Landwirtschaft zu benachteiligen.
Die drei Teilflächen im Überblick
Der Park gliedert sich in drei innovative Teilflächen, die jeweils auf spezifische landwirtschaftliche Bedürfnisse abgestimmt sind. Hier eine Übersicht:
| Teilfläche | Nennleistung | Fläche | Technik | Landwirtschaftliche Nutzung |
|---|---|---|---|---|
| Tützpatz 1 | 43,4 MWp | 47,5 ha | Aufgeständerte bifaziale Module mit variablen Neigungswinkeln | Tierhaltung: Hühner in mobilen Ställen (bis zu 15.000 Tiere in sechs Ställen) – Schatten spendet Schutz vor Hitze und Raubtieren |
| Tützpatz 2 | 13,3 MWp | 21,5 ha | Einachsige Tracker-Systeme (Ost-West-Ausrichtung) | Ackerbau: Konventionelle Fruchtfolge mit vier Gliedern, maschinell bebaubar dank größerer Reihenabstände |
| Tützpatz 3 | 19,4 MWp | 24 ha | Einachsige Tracker-Systeme | Ackerbau: Ähnlich wie Tützpatz 2, optimiert für hohe Erträge unter variabler Sonnenschutz |
Insgesamt umfasst der Park 146.000 Solarmodule, darunter bifaziale Varianten, die Licht von beiden Seiten nutzen und so den Ertrag steigern. Die Tracker-Systeme in den Ackerflächen kippen die Module dynamisch, um optimale Sonnenausrichtung zu gewährleisten und gleichzeitig genug Platz für Traktoren zu lassen. Solche Technologien, wie wir in unserem Vergleich von Hoch- und Nieder-Montage-Systemen erläutern, maximieren nicht nur den Stromertrag, sondern auch die landwirtschaftliche Produktivität.
Starke Partnerschaft: Grünstrom für die Telekom
Ein Schlüssel zum Erfolg von Tützpatz ist der langfristige Power Purchase Agreement (PPA) mit der Power and Air Condition Solution Management GmbH (PASM), einer Tochter der Deutschen Telekom AG. Die Telekom übernimmt den gesamten Stromertrag für zehn Jahre und deckt damit den Bedarf von etwa 4.600 Mobilfunkstandorten ab. Das schafft nicht nur Kostensicherheit für Vattenfall, sondern unterstreicht auch, wie Agri-PV in die Wertschöpfungsketten großer Unternehmen passt.
Vorteile von Agri-PV am Beispiel Tützpatz: Mehr als nur Strom
Agrar-Photovoltaik wie in Tützpatz bietet vielfältige Vorteile, die über die reine Energieproduktion hinausgehen:
- Flächeneffizienz: Statt Konkurrenz um Land ermöglicht Agri-PV eine duale Nutzung. In Tützpatz bleibt 100 % der Fläche für Landwirtschaft erhalten, während 76 MWp Strom entstehen – ein Win-Win für Farmer und Energiewirtschaft.
- Klimaschutz und Resilienz: Die Module spenden Schatten, reduzieren Verdunstung und schützen vor Extremwetter. Studien zeigen, dass Erträge bei empfindlichen Kulturen um bis zu 10–20 % steigen können, wie wir in unserem Beitrag zu erfolgreichen Agri-PV-Projekten detailliert beschreiben.
- Wirtschaftliche Impulse: Ohne Förderung finanziert, demonstriert Tützpatz die Rentabilität durch PPAs. Für Landwirte bedeutet das zusätzliche Einnahmen – eine Chance, die viele deutsche Farmer nutzen wollen, wie Umfragen belegen.
- Regionale Entwicklung: In ländlichen Gebieten wie Mecklenburg-Vorpommern schafft Agri-PV Perspektiven. Neue Formen der Tier- und Pflanzenhaltung, wie die mobile Hühnerzucht unter Panels, fördern innovative Landwirtschaft und sichern Arbeitsplätze.
Im Vergleich zu anderen Großprojekten, wie dem 753-MW-Park in Brandenburg (den wir hier vorgestellt haben), hebt sich Tützpatz durch seine Fokus auf Tierhaltung und die enge Telekom-Partnerschaft ab. Es erfüllt zudem Standards wie die DIN SPEC 91434, die für sichere und effiziente Umsetzungen sorgen.
Ausblick: Agri-PV als Treiber der Energiewende
Vattenfall plant bereits weitere Agri-PV-Parks, was den Trend unterstreicht: Bis 2030 könnte Agri-PV in Deutschland über 1 GW Leistung beitragen und die Flächenkonkurrenz entschärfen. Projekte wie Tützpatz machen sichtbar, dass die Energiewende nicht auf Kosten der Landwirtschaft geht – im Gegenteil: Sie stärkt sie.
Bei Ylektra sind wir überzeugt, dass Agri-Photovoltaik die Brücke zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit schlägt. Als Spezialist für innovative Solarlösungen unterstützen wir Landwirte und Unternehmen bei der Umsetzung von Agri-PV. Interessiert an einer Machbarkeitsstudie für Ihren Hof oder Ihre Flächen? Nutzen Sie gerne unseren Rückrufservice: Zum Rückrufservice oder rufen Sie uns direkt an: +4922363953989.
