Agri-PV als Lösung für Klimawandel und Energiekrise
Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Wasserknappheit und die Notwendigkeit, erneuerbare Energien auszubauen. Eine neue Studie der Universität Hohenheim zeigt, wie Agri-Photovoltaik (Agri-PV) diese Probleme angehen kann, indem sie landwirtschaftliche Erträge in Trockenperioden steigert und gleichzeitig sauberen Strom produziert. In diesem Blogbeitrag fassen wir die Ergebnisse der Studie zusammen und erklären, warum Agri-PV eine zukunftssichere Lösung für Landwirte und die Energiewende ist.
Was ist Agri-Photovoltaik?
Agri-PV kombiniert die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen mit der Produktion von Solarenergie. Solarmodule werden hoch aufgeständert oder vertikal über Feldern installiert, sodass darunter oder dazwischen weiterhin Kulturpflanzen angebaut werden können. Dies ermöglicht eine doppelte Flächennutzung, reduziert Konflikte zwischen Nahrungsmittel- und Energieproduktion und schafft neue Einkommensquellen für Landwirte.
Warum ist das relevant? In Zeiten von Dürreperioden und steigenden Energiepreisen bietet Agri-PV eine nachhaltige Lösung, die sowohl die Ernährungssicherheit als auch die Energiewende unterstützt.
Ergebnisse der Studie der Universität Hohenheim
Die im Juni 2025 veröffentlichte Studie der Universität Hohenheim untersucht die Auswirkungen von Agri-PV auf landwirtschaftliche Erträge unter verschiedenen klimatischen Bedingungen. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse:
- Ertragssteigerung bei Trockenheit: Die Beschattung durch Solarmodule reduziert die Verdunstung von Wasser aus dem Boden, was besonders in trockenen Jahren von Vorteil ist. Kulturen wie Winterweizen, Kartoffeln und Sellerie zeigten im Hitzesommer 2018 Ertragssteigerungen von 3–12 % im Vergleich zu unbeschatteten Flächen.
- Kulturspezifische Unterschiede: Beeren, Obst und Fruchtgemüse profitieren von der Beschattung (bis zu 15 % ohne Ertragseinbußen), während Kulturen wie Mais, Ackerbohnen und Soja bei geringer Beschattung leiden.
- Mikroklima-Vorteile: Agri-PV-Anlagen schaffen ein Mikroklima, das die Bodenfeuchtigkeit erhält und Hitzestress für Pflanzen reduziert.
- Flächeneffizienz: Die kombinierte Nutzung von Land steigert die Flächenproduktivität um bis zu 186 %, wie Tests in der Pilotanlage Heggelbach zeigen.
- Forschungsbedarf: Weitere Forschung ist nötig, um optimale Kulturen und Systemdesigns zu identifizieren.
Link zur Studie: Universität Hohenheim, „How to reconcile renewable energy and agricultural production in a drying world“
Vorteile von Agri-PV für Landwirte und Umwelt
- Zusätzliche Einnahmen: Landwirte profitieren von der Stromproduktion als Zusatzeinkommensquelle.
- Klimaschutz: Agri-PV reduziert CO₂-Emissionen durch erneuerbare Energien.
- Anpassung an den Klimawandel: Die Technologie schützt Pflanzen vor Hitzewellen und Starkregen.
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Trotz der vielversprechenden Ergebnisse gibt es Herausforderungen:
- Kosten: Agri-PV-Anlagen sind teurer als herkömmliche Freiflächen-PV.
- Kulturenwahl: Nicht alle Pflanzen eignen sich für die Beschattung.
- Forschung: Weitere Studien sind nötig, um langfristige Auswirkungen zu verstehen.
Die Universität Hohenheim plant, ihre Forschung mit neuen Versuchsanlagen in Stuttgart-Plieningen und Renningen auszubauen.
Fazit: Agri-PV als Schlüssel zur nachhaltigen Landwirtschaft
Die Studie der Universität Hohenheim zeigt, dass Agri-Photovoltaik die Energiewende vorantreibt und die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen den Klimawandel macht. Für Landwirte bietet Agri-PV eine Chance, nachhaltig zu wirtschaften und neue Einkommensquellen zu erschließen.
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