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BDEW-Kongress 2026: Was die Debatten um Netzpaket und EEG 2027 für die Agri-PV bedeuten

Die Hallen des BDEW-Kon­gress­es in Berlin waren diese Woche Schau­platz eines der wichtig­sten energiepoli­tis­chen Duelle des Jahres. Im Zen­trum: das geplante Net­z­paket der Bun­desregierung und der hochum­strit­tene „Redis­patch-Vor­be­halt” von Wirtschaftsmin­is­terin Reiche. Für uns zeigt sich dabei deut­lich­er denn je – wer Agri-PV-Pro­jek­te heute noch als reine Ein­speisean­la­gen plant, plant am Markt vor­bei.

Das Tauziehen in Berlin: Das Ende der reinen Einspeiseanlage

Die Aus­gangslage war sichtlich anges­pan­nt. Die Branche lief Sturm gegen Reich­es Plan, neue Solar- und Win­dan­la­gen in über­lasteten Net­zge­bi­eten für zehn Jahre auf Entschädi­gun­gen bei Abregelung verzicht­en zu lassen. Die War­nung war unmissver­ständlich: Ein solch­er Vor­be­halt würde die Bank­fi­nanzierung von Großpro­jek­ten gefährden.

Reiche zeigte sich auf dem Kongress kom­pro­miss­bere­it und sig­nal­isierte Offen­heit für Alter­na­tiv­en – etwa einen „sys­tem­di­en­lichen Redis­patch-Vor­be­halt” oder einen „anspruchsvollen FCA” (flex­i­ble Net­zan­schlussvere­in­barung). Die fun­da­men­tale Botschaft zwis­chen den Zeilen blieb jedoch unüber­hör­bar: Das Netz ist voll. Die Gesamtkosten des Net­zeng­pass­man­age­ments lagen 2025 bei rund 3,1 Mil­liar­den Euro. Wer glaubt, große Frei­flächen­pro­jek­te als unges­teuerte Ein­speis­er ans Netz brin­gen zu kön­nen, trägt damit ein mas­sives wirtschaftlich­es Risiko.

Die große Leerstelle: Agri-PV im EEG 2027 weiter ungeklärt

Während über Redis­patch und das all­ge­meine CfD-Sys­tem inten­siv gestrit­ten wurde, blieb ein The­ma auf­fäl­lig außen vor: Agri-PV. Ob der für Agri-PV-Pro­jek­te rel­e­vante Tech­nolo­giebonus im neuen Gesetz erhal­ten bleibt, mod­i­fiziert oder gestrichen wird, ist weit­er­hin offen. Reiche mah­nte, EEG-Reform und Net­z­paket müssten noch vor der Som­mer­pause das Kabi­nett passieren – die bei­hil­fer­echtliche EU-Genehmi­gung des EEG läuft Ende 2026 aus. 

Für Pro­jek­ten­twick­ler bedeutet das: Wer bis zur Klärung wartet, ver­liert Zeit. Wer Pro­jek­te von Anfang an so baut, dass sie ohne Tech­nolo­giebonus wirtschaftlich funk­tion­ieren, gewin­nt.

Das Ylektra-Credo: Von Anfang an hybrid

Für uns bei Ylek­tra war die Rich­tung nie eine Frage der Reg­ulierung. Der BDEW-Kongress hat das reg­u­la­torische Ende der „Stumpf-Ein­speisung” ein­geläutet – aber für hybride Kraftwerke war das Net­zprob­lem schon immer der Aus­gangspunkt, nicht eine neue Über­raschung.

Wir entwick­eln Agri-PV-Pro­jek­te deshalb kon­se­quent als Kom­bi­na­tion aus Solaran­lage und großskaligem Bat­ter­iespe­ich­er (BESS). Das hat zwei unmit­tel­bare Kon­se­quen­zen:

Net­zeng­pässe aktiv man­a­gen statt pas­siv abregeln. Statt bei dro­hen­dem Redis­patch wertvollen Strom abzuregeln und zu ver­lieren, fan­gen unsere Hybridsys­teme Spitzen ab und spe­ich­ern die Energie zwis­chen. Das reduziert das Cur­tail­ment-Risiko struk­turell – unab­hängig davon, ob der finale Geset­zes­text einen FCA oder einen Redis­patch-Vor­be­halt vor­sieht.

Mark­t­dy­namiken nutzen statt auf Förderbeschei­de warten. Ein BESS ermöglicht es, dann einzus­peisen, wenn das Netz Kapaz­ität hat und die Börsen­preise attrak­tiv sind. Das macht das Pro­jekt unab­hängiger von der reg­u­la­torischen Hängepar­tie um den Agri-PV-Bonus.

Faz­it: Investi­tion­ssicher­heit durch tech­nol­o­gis­che Real­ität

Der BDEW-Kongress hat gezeigt, dass die Kop­plung von Zubau und Net­zka­paz­ität poli­tis­ch­er Kon­sens ist – während Detail­fra­gen zur Agri-PV-Förderung weit­er ver­schleppt wer­den. Das ist kein Bein­bruch, son­dern ein Beschle­u­niger für die richtige Tech­nolo­gie.

Bei Ylek­tra warten wir nicht auf den finalen Geset­zes­text. Wir bauen heute die hybri­den Kraftwerke, die den reg­u­la­torischen und wirtschaftlichen Anforderun­gen von mor­gen stand­hal­ten.


FAQ

Was ist der Redis­patch-Vor­be­halt im Net­z­paket? Der von Min­is­terin Reiche geplante Vor­be­halt würde neue Solar- und Win­dan­la­gen in über­lasteten Net­zge­bi­eten verpflicht­en, für zehn Jahre auf Entschädi­gun­gen bei Abregelung zu verzicht­en. Die Branche kri­tisiert das als Finanzierung­shemm­nis; Reiche sig­nal­isierte auf dem BDEW-Kongress Kom­pro­miss­bere­itschaft.

Was ist eine flex­i­ble Net­zan­schlussvere­in­barung (FCA)? Eine FCA erlaubt den Net­zan­schluss unter der Bedin­gung, dass die Anlage bei Net­zeng­pässen steuer­bar ist und auf Abruf ihre Ein­speisung reduziert – ohne pauschalen Entschädi­gungsverzicht. Gilt als mark­t­fre­undlichere Alter­na­tive zum harten Redis­patch-Vor­be­halt.

Warum ist der Agri-PV-Tech­nolo­giebonus im EEG 2027 noch unklar? Der Ref­er­ente­nen­twurf vom April 2026 hat den bish­eri­gen Agri-PV-Unter­ab­schnitt (§37d) gestrichen und eine ein­heitliche Vergü­tung von 6,2 ct/kWh vorge­se­hen. Ob und wie ein geson­dert­er Bonus für DIN-SPEC-kon­forme Agri-PV-Anla­gen erhal­ten bleibt, ist Gegen­stand laufend­er poli­tis­ch­er Ver­hand­lun­gen.

Schützt ein Bat­ter­iespe­ich­er wirk­lich vor Abregelungsrisiken? Ein BESS kann Ein­speis­espitzen kap­pen und Energie zeit­ver­set­zt ins Netz geben. Das reduziert das Risiko, in FCA-Beschränkun­gen oder Redis­patch-Szenar­ien zu fall­en – voll­ständig eli­m­inieren lässt es sich nicht, aber die wirtschaftliche Abhängigkeit von rei­bungslos­er Ein­speisung sinkt erhe­blich.

Für welche Pro­jek­t­größen ist das Hybrid­konzept sin­nvoll? Ab ca. 1 MW instal­liert­er PV-Leis­tung rech­net sich die BESS-Inte­gra­tion in der Regel wirtschaftlich, wenn Direk­tver­mark­tung und Net­z­di­en­stleis­tun­gen berück­sichtigt wer­den. Bei Agri-PV-Pro­jek­ten, die ohne­hin erhöhte Investi­tion­skosten durch Track­er­sys­teme haben, ist die inte­gri­erte Pla­nung von Anfang an entschei­dend.